14.8.2021

Heiliges Fasten – Heilloses Fressen (15)

„Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es für sich allein; stirbt es aber, so bringt es reiche Frucht“ (Joh 12,24).

Getreide ist vom einfachen Gras zu einer Kulturpflanze geworden; es kann sich ohne menschliche Hilfe nicht weiterverbreiten. Beim Gras trägt noch der Wind die Samenkörner fort, beim Getreide fallen sie auf Grund ihrer Schwere zur Erde.

Zum Abschluß der Themenreihe einige Impulse zur persönlichen Betrachtung anhand ausgewählter Gleichnisse unter dem Aspekt:
Ich stelle mir vor, ich werde als Samenkorn in die Erde gesenkt und darf wachsen und Frucht tragen.

Das Gleichnis vom Sämann (Mt 13,1-9)
In welche Erde möchte ich fallen? Was mache ich, wenn der Boden steinig ist? Wenn er mit Dornen übersät ist? Wenn er so fest ist, daß ich gar nicht in die Erde einsinken kann?

Das Gleichnis von der selbstwachsenden Saat (Mk 4,26-29)
Was möchte ich, wenn ich beginne zu wachsen? Benötige ich Hilfe von außen? Was ist alles in mir selbst angelegt, wo äußere Hilfe nur stören würde?

Das Gleichnis vom Senfkorn (Mk 4,30-32)
Was kann alles aus mir werden? Glaube ich daran, daß aus Unscheinbarem Großes werden kann?
In welchem Boden möchte ich den Keim in mir sprießen lassen, in welchem ruhen und sterben?