ICH BIN – Auf DER SUCHE – NACH MIR – DAHER BIN ICH – VORÜBERGEHEND – NICHT ANZUTREFFEN – BIS DAHIN IST – WAS AUSSIEHT – WIE ICH – NUR DIE VERPACKUNG

5.8.2021

Heiliges Fasten – Heilloses Fressen (8)

„Hoffentlich bin ich zu Hause, wenn ich mich besuche!“

In einem Fastenkurs soll man lernen, wieder mehr auf die Sprache des eigenen Leibes zu horchen. Was muß sich ändern? Wir essen nicht nur zu oft und zuviel, sondern auch nicht immer das Richtige. Weiterhin kommt es auch auf das richtige Trinken an. Nach solchen in einem Kurs gemachten Erfahrungen könnte der Vorsatz entstehen, regelmäßig zu fasten.

Wichtig ist, daß sich nach dem Fasten etwas ändert, um nicht in alte Gewohnheiten zurückzufallen (vgl. Mt 12,43-45 Von der Rückkehr der unreinen Geister). Die strenge Form des Fastens lehrt uns, den Gesetzen der Natur zu gehorchen.

Fasten kann jeder, es richtig beenden aber nur der Weise! Es ist nicht einfach, nach dem Fasten sein Leben zu ändern.

 

Das Fasten mit einem Apfel zu brechen, hat sich als gut erwiesen. Er ist nicht nur etwas Eßbares, sondern birgt wie alles Sichtbare auch ein Geheimnis in sich. Er ist das Urbild der Frucht. Die Bibel stellt die Frucht des Paradiesbaumes, des Baumes der Erkenntnis des Guten und des Bösen (lat. bonum et malum) als Apfel (lat. malum) dar. Das erste Gebot im Paradies war ein Fastengebot. Mit dem Übertreten des Gebotes verleibte sich der Mensch den Tod ein. Das Essen des Herrenleibes in der Gestalt von Brot und Wein ist ein Unterpfand des Lebens.

Wenn wir den Apfel für das Fastenbrechen aussuchen, gehen wir von außen nach innen: Wie sieht er aus? Welche Sorte ist es? Stammt er vom Markt, also direkt vom Bauern?

Die Erlösung beginnt mit der Geburt Jesu. In Wesel St. Martini stellte Pastor Heinrich van der Giet (1903-1973) einen Apfelbaum mit Adam und Eva an die Krippe. An den Christbaum hängt man Äpfel, deren Vorgänger hießen Paradeisel.

Während der Mann früher auf die Jagd ging, war die Aufgabe der Frau das Anbauen der Früchte. Dazu brauchte es einen Garten. Demeter war die griechische Göttin der Fruchtbarkeit. Die griechische Göttin Hera und die germanische Freija hatten einen Apfelgarten. Selbst die ins Dunkel gestoßene Göttin, wie zum Beispiel Hulda, bekannt durch das Grimmsche Märchen Frau Holle, hat noch einen Apfelbaum.

Die Frau bringt das Leben hervor. Der Apfel ist Symbol für Liebe und Fruchtbarkeit. Die Rundung des Apfels erinnert an weibliche Rundungen. Junge weibliche Brüste nennt man auch „Äpfelchen“, und rund wölbt sich der Leib einer Schwangeren. Der Granatapfel mit seiner außerordentlichen Fülle von Kernen als Zeichen der Fruchtbarkeit ist ein besonders kostbarer Apfel.

Maria wird oft mit einem Apfel dargestellt. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Apfelgeschichte des „Eifelheiligen“ Herman-Josef.

Zur Hochzeit der Meeresnymphe Thetis waren mit Ausnahme der Göttin der Zwietracht Eris alle Götter eingeladen. Zornerfüllt warf diese einen goldenen Apfel mit der Aufschrift „Pulcherrimae – der Schönsten“ in die Festgemeinde. So wurde dieser zum Zankapfel zwischen den Göttinnen Hera, Athene und Aphrodite und letztendlich durch das Urteil des Paris zum Auslöser für den Troianischen Krieg.

Als Weltenapfel kommt er in die Hand Gott Vaters und dessen irdischen Vertreters, des Kaisers, und wird so zum Reichsapfel.

Der Apfel wird auch zur Todesfrucht. Eva ißt von dem todbringenden Apfel; Persephone, die Tochter des Zeus und die Göttin der Fruchtbarkeit und des Totenreiches, kostet dort von dem Granatapfel und muß immer wieder dorthin zurückkehren. Ein vergifteter Apfel „tötet“, wie es das Grimmsche Märchen Schneewittchen zeigt.

Wer das Leben sucht, hat sich auch dem Tod verschrieben, bis er von der Polarität erlöst wird zu dem, was wir Ewiges Leben nennen. Mit dem Apfel wählen wir beides. Wir sterben von dem, wovon wir leben. So wollen wir im Apfel das Geheimnis von Leben und Tod verehren lernen, und zwar mit gutem Appetit!