10.4.2021

„Ich mag Dich leiden!“

Wie paßt diese Überschrift zu dem Artikel von Melanie Mühle mit der Überschrift „Versprich mir Liebe ohne Leid“ und den einleitenden Zeilen „Sie heißen Enny oder Harmony, kosten einige tausend Euro und sind ein Milliardengeschäft: Die Zukunft der menschenähnlichen Maschinen hat bereits begonnen“ in der F.A.Z. vom 31. März 2021?

Melanie Mühle beschreibt in beeindruckender Weise die zum Teil erschreckenden Fortschritte in bezug auf die Entwicklung von Robotern. Besonders alarmierend erscheint das Beispiel aus dem aus der Sicht eines Roboters erzählten Roman „Klara und die Sonne“ von Kazuo Ishiguro (* 1954). Dort schenkt eine Mutter ihrer Tochter „eine künstliche Freundin gegen die Einsamkeit“.

Zum gleichen Thema brachte Deutschlandfunk Kultur am 21. März 2021 ein Gespräch von Stephanie Rohde mit der Philosophin Catrin Misselhorn (* 1970) unter dem Titel „Künstliche Intelligenz und Empathie – Maschinen, die Gefühle zeigen“.

Im Gegensatz zu der in den obigen Artikeln erwähnten „KI“ steht der gegenseitige Wunsch von Vater Udo Jürgens (1934-2014) und seiner Tochter Jenny (* 1967) in dem 1984 gemeinsam gesungenen Lied „Liebe ohne Leiden“.

Wenn uns eine Person sympathisch ist, sagen wir ihr: „Ich mag Dich leiden!“

Das Wort Sympathie leitet sich ab von dem altgriechischen Substantiv συμπάθεια sympátheia = „Mitgefühl“ zu dem Verb συμπαθεῖν sympatheín = „mitleiden“ und verweist auf die Fähigkeit, Freude und Leid anderer Menschen mitzufühlen.

In der katholischen Wochenzeitung TAG DES HERRN erschien 2001 ein Artikel von P. Damian Meyer OP (1937-2019) unter dem Titel „Den anderen Menschen leiden können“.

Das Herz gilt als die Summe der Gefühle, die Menschen auf friedliche Weise zu Paaren werden läßt: Sympathie, Sehnsucht, Zärtlichkeit, Treue, Leidenschaft, geistiges Interesse und sinnliches Verlangen, kurzum Liebe.