Im Wald lebt alles, sogar der Tod

In meiner Geburtsstadt Kleve erstrahlt der mir seit Kindertagen so vertraute Reichswald jetzt im Herbst in der ganzen Fülle seiner bunten Farben. Folgende Gedanken aus dem Artikel zur Verabschiedung von Forstdirektor Hanns-Karl Ganser (s. RP ONLINE vom 19. September 2018 – Der letzte Klever Forstamtsleiter) haben mich besonders beeindruckt:

„Die Kurfürsteneiche ist ein Beispiel dafür, wie alt diese Art werden kann. Der Baum stand bis 1990 im Naturschutzgebiet Geldenberg, bevor Orkan Wiebke ihn umlegte. Zu dem Zeitpunkt war er zwischen 500 und 600 Jahre alt. Das Holz liegt heute noch da. „Aus diesem wachsen wieder neue Bäume“, sagt Ganser. Im Wald hat nämlich auch der Tod einen Sinn. Totholz ist für Pflanzen und Tiere von enormer Bedeutung. Denn es steckt voller Leben. Urteile über den Wald sind schnell gefällt. „Immer noch bekomme ich zu hören, dass früher hier alles ordentlicher ausgesehen hätte.“ Das Chaos ist jedoch gewollt. Flächen werden sich selbst überlassen. An den Stellen wird sichtbar, was das Wort „unwegsam“ bedeutet.