22.9.2020

Immer einmal mehr aufstehen als hinfallen

Ein Kind lernt das Gehen durch Hinfallen und wieder Auf­ste­hen. Die Begriffe „Hinfallen“ und „Gefal­lensein“ werden auch auf Verfeh­lungen angewendet. Selbst wenn wir hier und da er­neut fallen, gilt es, nicht liegenzubleiben, sondern wieder aufzu­ste­hen, wenn nö­tig auch mit Hilfe.

Für das Kind ist das ein normaler Lernprozeß. Bei Erwachsenen wird Fehlverhalten auch als Fallen bezeichnet. Man spricht von einem „gefallenen Mädchen“ oder bei Klerikern von einem „gefallenen Priester“. Da tröstet der Satz „Ein Heiliger ist ein Sünder, der immer wieder neu beginnt.“

Dabei hat auch das Scheitern eine Chance. In Streßsituationen verliert derjenige, der nie eine ernsthafte Krise erlebt hat, nicht selten die Nerven, weil er nie Frustrationstoleranz erworben hat, das heißt, nicht gelernt hat, mit Niederlagen umzugehen und nicht daran zu verzweifeln.

Wir brauchen eine Fehlerkultur. Im Gegensatz zum Erfolg liegt der Vorteil des Fehlermachens darin, daß man eine klare Lernchance hat. Wer Angst vor Fehlern hat, verwendet seine ganze Energie darauf, nichts zu riskieren. Ein solches Verhalten kann aber nicht weiterbringen, daher empfehle ich den Menschen, „fehlerfreudig“ zu sein, aber aus jedem Fehler zu lernen und ihn nur einmal zu machen.