Impuls zum 15. Sonntag im Jahreskreis C (14.7.2019) Barmherziger Samariter

Schriftstellen:
Erste Lesung: Dan 30,10-14
Zweite Lesung: Kol 1,15-20
Evangelium: Lk 10,25-37

Noch sind biblische Figuren wie der barmherzige Samariter bekannt. Priester und Levit stehen gegenüber dem Samariter im Evangelium nicht gut da. Es lohnt sich, sie in bezug auf ihren Umgang mit der Zeit zu betrachten. Vermutlich verrichteten sie ihren Tempeldienst nach einer genau geplanten und eingeteilten Zeit. Währenddessen durften sie kein Blut berühren. Angesichts des Verletzten denken sie: „Wir dürfen den Mann nicht berühren, weil er vielleicht schon tot ist und man sich durch die Berührung einer Leiche kultisch unrein macht.“

Für spontane Unternehmungen ist kein Platz. Sie leben nach dem Gott der Zeitmessung Chronos, wohingegen der Samariter eher nach dem Gott des rechten Augenblicks Kairos lebt. Gelegentlich gilt es, die vorgegebenen Regeln des Zeitverbrauches zu verletzen und der Zeit einen anderen Sinn zu geben. Das tut der Samariter.