Impuls zum 16. Sonntag im Jahreskreis C – Maria hat den besseren Teil erwählt (21.7.2019)

Schriftlesungen:
Erste Lesung: Gen 18,1-10a
Zweite Lesung: Kol 1,24-28
Evangelium: Lk 10,38-42

Zunächst erweckt das morgige Evangelium den Eindruck einer Konkurrenz zwischen Maria und Martha; denn Jesus scheint Maria zu loben und Martha indirekt zu tadeln. In der alten Einheitsübersetzung heißt es: „Maria hat den besseren Teil erwählt.“ Martin Luther (1483-1546) hatte schon übersetzt: „Maria hat das gute Teil erwählt.“ Dem schließt sich die neueste Einheitsübersetzung an mit der Formulierung: „Maria hat den guten Teil erwählt.“

Augustinus (354-430) nimmt Martha in Schutz. Meister Eckhart (ca. 1260-1328) tauscht die Rollen. Er ist der Meinung, Maria sei vorher auch eine Martha gewesen und dann die Maria geworden.

Aber es geht in dem Evangelium nicht um eine Bewertung von Arbeit und Zuhören. Martha ist uneins mit sich selbst. Sie will zuhören und gleichzeitig ihre Hausarbeit verrichten. Beides gleichzeitig ist nicht möglich. Jesus will uns vermutlich sagen: „Was du tust, tue es ganz. Nur Eins ist notwendig; Maria hat den guten Teil erwählt, weil sie bei dem bleibt, was für sie gerade ansteht.“ Achtsamkeit nennen wir das heute.