Nachfolge Christi

Impuls zum 29. Sonntag im Jahreskreis B – Bei Gott sein wollen (17.10.2021)

Erste Lesung: Jes 53,10-11
Zweite Lesung: Hebr 4,14-16
Evangelium: Mk 10,35-45

„Der Erfolg ist keiner der Namen Gottes!“, formulierte Martin Buber (1878-1965). Das haben bereits die Apostel Jakobus und Johannes erfahren, als sie Jesus baten, im Himmelreich zu seiner Rechten und zu seiner Linken zu sitzen (vgl. Mk 10,37). Der Evangelist Matthäus läßt die Mutter um diesen Platz für ihre beiden Söhne bitten, doch auch das hilft nicht (vgl. Mt 20,21). Diese Bitte spiegelt die noch irdischen Erwartungen der Menschen um Jesus wider. Hier sogar gleichsam als „Forderung“ einer Blankozusage. Aber Jesus läßt sie Farbe bekennen mit seiner Frage „Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder die Taufe auf Euch nehmen, mit der ich getauft werde?“ (Mk 10,38) und deckt damit auf, wie menschlich sie denken. Kelch und Taufe sind auch Bilder für Leiden und Not.

Unmittelbar vorher hat er noch sein Leiden vorhergesagt (vgl. Mk 10,33f). Sie haben noch nicht verstanden, daß ihnen, ehe sie mit ihm in der Herrlichkeit sein können, in der Nachfolge der Weg zu Leiden und Tod gewiesen ist. Er erinnert sie an seinen eigenen Weg. Es wundert die selbstsichere Antwort der Jünger: „Wir können es!“ (Mk 10,39)

Worauf vertrauen wir bei unserem Leidensweg? Auf unsere eigene Kraft? Hier ist vermutlich das Vertrauen auf Gott und seine Führung besser. So sollten wir auch darauf vertrauen, daß uns der Vater den rechten Platz bereitet.

Statt unsere Gedanken um künftigen Lohn kreisen zu lassen, sollten wir sie auf die Gegenwart richten und entsprechend handeln, eben als Jünger Jesu.

Das Streben nach Macht sitzt tief im Herzen des Menschen, aber Macht verdirbt ihn ähnlich wie Reichtum. Besitz und Macht sind, wenn sie nicht egoistisch angewandt werden, keineswegs schlecht. In der Gefolgschaft Jesu gilt das Paradox „Wer groß sein will, soll Diener sein“. Jesus selbst ist das Vorbild.

Diese Frohbotschaft fordert uns heraus. Sind wir bereit, zu leiden auf dem Weg in die Herrlichkeit Gottes? Woraus schöpfen wir die Kraft für das Leiden? Was bestimmt unser Handeln hier auf Erden? Wie gehen wir mit Macht um?