Impuls zum 30. Sonntag im Jahreskreis C – Pharisäer und Zöllner (27.10.2019)

Erste Lesung: Sir 35,15b-17.20-22a
Zweite Lesung: 2 Tim 4,6-8.16-18
Evangelium: Lk 18,9-14

Das morgige Evangelium berichtet uns das Gleichnis vom Pharisäer und vom Zöllner. Es wäre aber vorschnell und zu einfach, diese Gleichnisrede Jesu auf die Formel vom eingebildeten Pharisäer und vom demütigen Zöllner zu bringen.

Der Pharisäer handelt im Grunde nicht anders als ein Schüler, der seine eigene Leistung an der des Klassenletzten mißt und dabei befriedigt feststellt, daß er noch um einiges besser ist. Viele wären schon froh, wenn sie auch nur halb so viel wie der Pharisäer aufzuweisen hätten. Gemessen an dem Zöllner stellt sich der Pharisäer einzigartig dar, und genau in dieser Vorstellung besteht sein grundlegende Fehler; denn er wählt seinen eigenen Maßstab und gefällt sich auf einer sehr hohen Ebene.

Der Zöllner hat einen anderen Maßstab: Nicht jemand, der noch schlechter ist als er, sondern Gott selbst ist für ihn das Maß aller Dinge. Hier liegt der grundlegende Unterschied zwischen dem Zöllner und dem Pharisäer.