Impuls zum 31. Sonntag im Jahreskreis B – Höre, Israel (31.10.2021)

Erste Lesung: Dtn 6,2-6
Zweite Lesung: Hebr 7,23-28
Evangelium: Mk 12,28b-34

In der christlichen Vorstellung befaßt sich Gott schon immer mit dem Menschen, und der Mensch muß auf ihn, der zu ihm spricht, hören. Das Gebet beginnt mit dem Hören.

Im Hörorgan befindet sich eine äußerst dichte Konzentration von Nervenenden. Der Hörsinn ist schon in der 20. Schwangerschaftswoche entwickelt und stirbt als letzter der Sinne.

Bei den Juden gibt es ein Bilderverbot, aber kein Hörverbot, im Gegenteil. Ihr wichtigstes Gebet beginnt mit der Aufforderung „Höre Israel“. Während der Beter dieses spricht, bedeckt er seine Augen.

Søren Kierkegaard (1813-1855):
Als mein Gebet immer andächtiger und innerlicher wurde, da hatte ich immer weniger und weniger zu sagen. Zuletzt war ich ganz still. Ich wurde, was womöglich noch ein größerer Gegensatz zu Reden ist, ich wurde ein Hörer. – Ich meinte erst, Beten sei Reden. Ich lernte aber, daß Beten nicht bloß Schweigen ist, sondern Hören!