Impuls zum 4. Ostersonntag im Jahreskreis B – Jesus der gute Hirt (25.4.2021)

Erste Lesung: Apg 4,8-12
Zweite Lesung: 1 Joh 3,1-2
Evangelium: Joh 10,11-18

Das Wort vom guten Hirten mag uns zum Ärgernis geworden sein. Wir wollen nicht als dumme Schafe gelten, die ihrem Hirten hinterherlaufen. Aber gibt es heute überhaupt noch Hirten, die eine Übersicht über ihre Schafe haben?

Die Zusammenlegung der Pfarreien macht einen persönlichen Kontakt der Priester zu den Gemeindemitgliedern fast unmöglich. Ein leitender Pfarrer hat neben anderen Einrichtungen nicht selten 15 Kindergärten „zu verwalten“. Allein dort ist es schon schwer, das Personal persönlich kennenzulernen.

Der „Gute Hirt“ ist in der Sprache des Alten und des Neuen Testamentes Gott. Damit greifen die Verfasser der Bibel Erfahrungen auf, die Menschen in biblischer Zeit mit der Gestalt eines Hirten verbunden haben. Erfahrungen von Angst und von Sehnsucht nach Geborgenheit und Schutz.

Ein Hirte mußte auch in unwegsamen Wüsten Wege und Wasserquellen finden. Mit „Stab und Stecken“ galt es, die Schafe zu verteidigen, wenn Raubtiere die Herde angriffen. Dabei riskierte er bisweilen sein eigenes Leben.

Wenn die biblischen Texte sagen: „Gott ist so ein Hirte für euch“, kann ich den Wunsch, der sich darin ausspricht, gut verstehen.

Wie mag es weitergehen mit den „Hirten der Kirche“, falls es sie in Zukunft überhaupt noch gibt?