9.11.2022

„Erfolg ist das Ergebnis vieler Misserfolge“

So lautete die Überschrift eines Artikels von Ursula Kals in der F.A.Z. vom 16. Februar 2022.

Quelle des Fotos

Hesiod (715-650 v. Chr. G.) sah das anders. Von ihm stammt der Satz „Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt“.

Im Gegensatz zu Hesiods Aussage erweckt obige Überschrift den Eindruck, Scheitern sei problemlos und lasse sich schnell überwinden.

Es gibt keinen Menschen, dem alles gelingt. Schon als Kinder lernen wir durch Versuch und Irrtum. Wir fallen zum Beispiel etliche Male hin, bevor wir laufen können. Lernen und Erfolg sind das Ergebnis vieler kleiner Mißerfolge. Mein erster Chef während meiner Kaplanszeit in Xanten, Propst Alfred Wilms (1915-1992), sagte bei meinem Wechsel nach Wesel zum Abschied: „Er kann nicht alles, aber vieles sehr gut.“

Nicht in allem stets der Erste zu sein, bedeutet keineswegs schon ein Scheitern.

Wir müssen uns selbst verzeihen können, wenn wir etwas nicht geschafft haben.

Wenn wir beispielsweise eine Idee haben, die aber noch nicht verstanden wird, kann es vorkommen, daß sie ein anderer später aufgreift und dann als „King“ dasteht.

Eine Zweitehe kann glücklicher sein, weil man aus den Fehlern in der ersten gelernt hat.

Wir brauchen eine Fehlerkultur; denn in jeder Niederlage liegt eine Chance.

Siehe auch Immer einmal mehr aufstehen als hinfallen.