1.5.2021

„Komm! ins Offene, Freund!“

„Alles ist euer, ihr aber gehört Christus.“ (1. Kor 3,22f)

„Er führt mich hinaus ins Weite, du machst meine Finsternis hell.“ (Ps 18,20, vgl. GL 629)

Manch einer erinnert sich an seine Kindheit, als ein Ausbruch aus dem Laufställchen fällig war. Zunächst wurde die Wohnung erobert, dann das Haus und der Garten, schließlich die Straße und zuletzt die ganze Stadt. Wen das Reisefieber packte, der eroberte die ganze Welt.

Wem dämmerte schon, daß es noch mehr gibt als das mit unseren Sinnen Erfahrbare? Interessanterweise strecken Kinder, wenn sie auf den Mond zeigen sollen, ihren Finger in dessen Richtung aus. Sollen sie aber auf die Sonne zeigen, breiten sie oft ihre Arme weit aus. Wenn sie den Mond malen, bekommt er meistens einen Platz in einer Ecke des Bildes. Malen Sie aber eine Sonne, gehen die gelben Sonnenstrahlen häufig durch das ganze Bild.

Im Laufe des Lebens erfahren die Menschen, daß sie das OFFENE, von dem Friedrich Hölderlin (1770-1843) in seinem Gedicht „Der Gang aufs Land“ spricht, im irdischen Zustand nicht voll erfassen können.

Ich bin der festen Überzeugung, daß mein Leben in der vollen Erfahrung Gottes, die hier auf Erden nicht möglich ist, seine Vollendung findet.