27.1.2023

Lebewesen auf dieser Erde neben den Menschen

Der griechische Philosoph Heraklit (um 520-um 460 v. Chr. G.) sagt: „πάντα ῥεῖ – panta rhei – alles fließt.“ Das gesamte Leben der Tiere, Pflanzen und Menschen, also aller Lebewesen, ist im Fluß. Unsere Welt befindet sich in ständigem Wandel, und strenggenommen ist nichts genauso, wie wir es zuvor erlebt haben. Das ständige Werden ist vermutlich das Prinzip, das allem zugrunde liegt. Doch wie oft hält sich das menschliche ICH für das Zentrum der Welt?

Tiere kennen keinen Kalender, aber die Natur hat sie entsprechend ausgestattet. Die unter der Schädeldecke liegende Zirbeldrüse läßt sie das Licht wahrnehmen, das durch die Knochen scheint, und somit empfinden sie die Tagundnachtgleiche. Sie erkennen den Frühlings- beziehungsweise Herbstbeginn sozusagen mit einem „dritten Auge“.

Für zahlreiche Tiere und Pflanzen ist nicht die Jahreszeit von Bedeutung, sondern die Wärme, um sie aus dem sogenannten Winterschlaf zu locken. Auf Grund der Klimaerwärmung blühen zum Beispiel viele Frühlingsblumen bereits im Januar. Manche Zugvögel kehren schon früher aus dem Süden zurück oder überwintern bereits in unseren Breiten.

Der Mensch ist nie so naturverbunden und in der Gegenwart verhaftet wie ein Tier; denn ihn begleitet sein ganzes Leben hindurch auch der Gedanke an den Tod.

Zum Bild der Heiligen Nacht gehören neben den Hirten auch Ochs und Esel, Schafe und Ziegen sowie die Hirtenhunde. Neugierig bestaunen die Tiere das Jesuskind in der Krippe. Besonders eindrucksvoll sind diese Tiere in den lebenden Krippendarstellung, die man vor allem in Italien findet.

Tiere geben Zeugnis von der Wahrheit; denn sie sind nicht fähig, zu verleumden oder zu lügen. Auch sind sie große Geheimnisträger, weil sie nicht preisgeben können, was sie erfahren haben.

Die Evangelien beschäftigen sich sehr ausführlich mit der Geburt und dem Schicksal Jesu, so daß die Betrachtung der Einheit der Schöpfung und einer denkbaren inneren Verbundenheit zwischen Mensch und Tier sowie den anderen Kreaturen gar nicht bedacht wird.

Es entspricht in keiner Weise der Menschenwürde, die neben uns existierenden Kreaturen geringzuschätzen, sondern wir haben die Verpflichtung, sie zu schützen.

Im Hinduismus verkörpert Brahman die „Weltseele“, an der alle Kreaturen und Dinge des Universums teilhaben.

Wenn es in der Schöpfungsgeschichte heißt, der Mensch solle über alle Kreaturen „herrschen“ und sie sich „unterwerfen“ (vgl. Gen 1,26-28), dann bedeutet das: Da wir alle Teil des ALLEINEN sind, müssen wir alle Lebensräume mit den darin lebenden Kreaturen schützen und erhalten.