13.2.2019

Liebe und Sexualität

Was die Kirche heute lernen und lehren könnte

In dem Vortrag „Liebe und Sexualität – Was die Kirche heute lernen und lehren könnte“ am 13. Februar 2019 in der Familienbildungsstätte Coesfeld habe ich meine Erfahrungen gebündelt, die ich in langen Jahren als Spiritual mit Menschen gemacht habe. Dazu kommt natürlich auch vieles, was ich zu der Thematik gelesen und in Vorträgen und Gesprächen gehört habe. Auf Grund alldessen bin ich der Meinung, die Kirche könnte ihren Gläubigen und darüber hinaus vielen anderen Menschen eine erlöste und befreite Haltung gegenüber Sexualität und damit größere Liebesfähigkeit vermitteln. Es wäre klarzustellen, daß Sexualität nicht nur Gelegenheit zur Sünde ist, sondern unter vielem anderen eine Möglichkeit zur Erfahrung von Transzendenz. Statt detaillierte Verbotsnormen vorzugeben, sollte die Kirche die Sexualmoral als Beziehungsethik darstellen, in der Sexualität einer besonderen Form der Kommunikation gleichkommt.

Alle Religionen befassen sich in irgendeiner Weise mit dem Phänomen der Sexualität und versuchen, diese mit ihrer jeweiligen Lehre zu vereinbaren. Die erotische Erfahrung des Menschen in der Liebe läßt etwas erfahren von der letzten Einswerdung allen Seins in und mit Gott. Liebe zu Gott ist nicht die Alternative, sondern der Motor allen menschlichen Liebens und Lebens.

Papst Franziskus am 17. September 2018 in Vatican News:
„Sexualität, Sex, ist ein Geschenk Gottes. [...] Ohne Tabu. Ein Geschenk Gottes, ein Geschenk, das der Herr uns gibt. Es hat zwei Ziele: sich lieben und Leben hervorbringen. Es ist eine Leidenschaft, leidenschaftliche Liebe. Die wahre Liebe ist leidenschaftlich. Wenn die Liebe zwischen einem Mann und einer Frau leidenschaftlich ist, bringt sie dich immer dazu, Leben zu geben. Immer. Und mit Leib und Seele.“

Weihbischof Dieter Geerlings in einem Interview mit Markus Nolte für Kirche + Leben vom 3. Februar 2019:
„Mir geht es um Folgendes: Sexualität, Selbstbestimmung und Individualität haben in ihrer Bezogenheit aufeinander einen großen Wert. Das muss Kirche sehen und sich auch fragen, ob Sexualität wirklich ausschließlich ehebezogen lebbar und gut ist. Sie müsste sich stärker für eine Sexualmoral einsetzen, die lebbar ist, die sich an der Menschenwürde, an Menschenrechten und Gewaltlosigkeit orientiert.“

Hans-Karl Seeger in einem Interview mit Florian Schütte für den Billerbecker Anzeiger vom 6. Februar 2019:

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