Montag – 2. Tag der Woche – Tag des Mondes

Göttin Luna

Auf die Frage: „Welcher Wochentag ist heute?“, hören wir ver­schiedene Antworten. Die einen sagen: „Heute ist Montag!“, andere sagen: „Heute ist Wochenanfang, der 1. Tag der Woche!“ In den meisten Kalendern steht „Montag, 1. Tag der soundsovielten Jahreswoche“. Dazu paßt dann auch, daß fast alle vom Wochenende sprechen, das im Laufe der Jahre immer länger geworden ist und heute schon am Freitag beginnt, aber immer am Sonntagabend endet.

Wir Christen müßten eigentlich darauf hinweisen, daß gestern Sonntag war, „dominica“, wie er im Lateinischen heißt, der Tag des Herrn, der 1. Tag der Woche, und so heute der 2. Tag der Woche begonnen hat, den die Römer „feria secunda“ nannten; das „Wochenende“ endete bei ihnen schon am Samstagabend.

Im Mittelalter dehnte man die Sonntagsfeier gebietsweise auf den Montag aus, was noch in Begriffen wie „Guter Montag“ oder „Blauer Montag“ zum Ausdruck kommt. In Münster begeht die Bäcke­rinnung beispielsweise noch immer den sogenannten „Guten Montag“. Er ist ein Traditionsfest, das dort alle drei Jahre am ersten Montag im Juni gefeiert wird. Er geht auf eine Legende zurück, nach der münstersche Bäckergesellen 1683 die Stadt Wien vor der Erstürmung durch ein Türkenheer bewahrten.

Fromme Juden sehen den Montag und den Donnerstag als halben Feiertag an, worauf der Talmud, die wichtigste Schrift der Juden neben dem Alten Testament, hinweist. An diesen Tagen dauert das Tachanun, ein Gebet, bei dem sich die Beter verbeugen, niederknien und mit der Stirn den Boden berühren, etwas länger.

Der Montag steht im Schatten des Sonntags, so wie der Mond, der sein Licht von der Sonne be­kommt, gewisser­maßen in deren Schatten steht. Deswegen galt der Montag auch als Unglückstag. Schon die Römer betrachteten die Tage nach den Festtagen als Unglückstage. Es fällt auf, daß in der Schöpfungsgeschichte der Bibel am 2. Tag, dem Montag, das „es war gut“, welches am Ende aller anderen Tage angeführt ist, fehlt (vgl. Gen 1,6-8). Ebenso wie der einem so raschen Wechsel un­terworfene Mond hat laut Volksmund „am Montag Begonnenes nichts von Dauer an sich, es wird nicht wochenalt“. So spricht man zum Beispiel auch vom „Montagsauto“.

Wenn die Christen der Urkirche den für sie so wichtigen Sonntag benannten, haben sie auch vom „8. Tag“ gesprochen, der auf den Sabbat, den 7. Tag, folgte. Ja, man sprach sogar vom „3. Tag“; denn am 3. Tag nach Karfreitag ist Jesus auferstanden. Wenn wir uns heute darüber wundern und diese Aussage für ungenau halten, sollten wir uns fragen, was wir heute tun, wenn wir ei­ner Woche zwar sieben Tage zuordnen und bei zwei Wochen auch von „Vierzehn Tagen“ sprechen, aber gleichzeitig eine Woche als „Acht Tage“ bezeichnen.

Während man der Sonne das Gold zuordnet, bringt man den Mond mit dem Silber in Verbindung. Das milde Licht des Mondes mag schon manchem silbrig erschienen sein. In der deutschen Sprache sind das Geschlecht der Sonne und das des Mondes genau entgegengesetzt zu den roma­nischen Sprachen. Sehr deutlich zeigt sich dies im Sonnengesang des heiligen Franz von Assisi (vgl. Gotteslob 466) im Lobpreis von Sonne und Mond, wenn er von Bruder Sonne und Schwester Mond spricht. Dies ist jedoch nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, daß Luna in der römischen Mythologie die der griechischen Göttin Selene entsprechende Mondgöttin ist. Aus dem lateinischen „dies lunae – Tag des Mondes“ leitet sich in den romanischen Sprachen der Name für den Montag ab, so zum Beispiel im Italienischen „lunedi“, im Französischen „lundi“ und im Spanischen „lunes“.

Möge der heutige Tag ein guter Montag werden!