15.11.2022

Propheten sind keine Voraussager

Sie geben keine Prognosen, sondern bemühen sich, die Hoffnung der Menschen auf Veränderungen zu stärken und sie darauf vorzubereiten.

Wir möchten in die Zukunft sehen, um zu wissen, was sie bringt. Propheten reden im Namen Gottes. Sagten sie nur voraus, wäre ihre Funktion mit der Erfüllung erschöpft. Propheten verkünden, was schwer zu sagen ist. Sie sprechen mit großem Engagement und üben gewissermaßen Zeitkritik, indem sie aus der aktuellen Situation heraus versuchen, die Zukunft zu begründen, um die Gegenwart zu beeinflussen. Propheten kämpfen im Namen Jahwes für seine Pläne mit dieser Welt.

Josef erfährt im Traum, wie er auf Marias Schwangerschaft reagieren soll.

Beim Evangelisten Matthäus (Mt 1,22f) heißt es in der Weihnachtsgeschichte: „Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben.“

Diese Aussage verdeutlicht, daß Jesus der lang erwartete Messias ist.

 

Manchmal vermögen ganz einfache Menschen, die ein Gespür für die Zeichen der Zeit haben, die Zukunft zu deuten. Im Volksmund bezeichnet man sie auch als Spökenkieker.

Billige Voraussagen geben Horoskope, die sich in fast jeder Art von Zeitschrift, vor allem aber in der sogenannten Regenbogenpresse, finden, und erstaunlich gern gelesen werden. Vor allem digitale Medien bieten nicht nur an, die Karten zu legen, sondern auch im Kartenlegen auszubilden.

 

 

 

Es wird immer schwerer, auch nur zu erahnen, was die Zukunft bringt. Zum Beispiel gelten die Bauernregeln nicht mehr, weil wir durch unsere Eingriffe in die Natur alles durcheinanderbringen. Es empfiehlt sich, im Vertrauen auf die Zukunft voll und ganz im JETZT zu leben.

Siehe auch Wo bleibt die Wut des Propheten?