Salzgewinnung

Salz

Salz steht stellvertretend für alle Gewürze. Sobald ein Kind feste Nahrung zu sich nimmt, braucht es auch Salz. Es ist wichtig für den Aufbau des Körpers. Der König benötigt es ebenso wie der Bettler. Es dient nicht nur dem Leib, wir sprechen zum Beispiel auch von einer herzhaften Speise.

Salz ist mit der chemischen Formel NaCL nicht umfassend beschrieben. In dieser Formel kommt die Formkraft des Kristalls nicht zum Ausdruck. Aus dem strömenden Meerwasser gerinnt der Kristall des Salzes und ist Ausdruck von Verkörperung in strenger Form. Diese Formkraft ist nach der Bewegung die zweite Grundtendenz allen organischen Lebens.

Der Formkraft entspricht die Kraft der Erhaltung, daher ist Salz zur Haltbarmachung von Speisen geeignet. Es ist auch ein Symbol der Freundschaft und der Treue. Man benötigt viel Zeit, um mit einem Menschen einen Scheffel Salz zu verzehren. Währenddessen bewährt sich die Freundschaft. Als Zeichen der Treue ist Salz bei vielen Hochzeitsbräuchen von Bedeutung. Oft überreicht man dem Brautpaar ein Brot und ein kleines Gefäß mit Salz mit dem Wunsch: „Brot und Salz, Gott erhalt’s!“ Da Aphrodite aus dem Meeresschaum geboren wurde, gilt Salz auch als Liebeszauber.

Nicht zuletzt steht es in Beziehung zum Frieden. Jesus sagt: „Denn jeder wird mit Feuer gesalzen. Das Salz ist etwas Gutes. Wenn das Salz die Kraft zum Salzen verliert, womit wollt ihr ihm seine Würze wiedergeben? Habt Salz in euch, und haltet Frieden untereinander!“ (Mk 9,49f)

Da Salz aus dem Meer stammt, besitzt es auch dessen abwehrende Kraft gegen das Böse. Der Prophet Elischa heilt das Wasser mit Salz (vgl. 2 Kön 2,19-22), deshalb wird bei der Weihwasserweihe dem Wasser etwas geweihtes Salz hinzugefügt.

Vor der Liturgiereform benutzte man auch Salz bei der Taufe. Manche Priester legen heute noch dem Täufling etwas Salz auf die Zunge und beten: „Empfange das Salz der Weisheit“. Der lateinische Begriff „sapientia – Verstand, Klugheit, Weisheit“ ist abgeleitet von „sapere – schmecken; verstehen, wissen“. Der Täufling schmeckt das Salz, empfängt also das „Sal sapientiae – Salz der Weisheit“. Wie selten erinnern wir uns an die Worte Jesu: „Ihr seid das Salz der Erde.“ (Mt 5,13)

Bin ich Salz der Erde?