Samstag – 7. Tag der Woche – Tag des Saturn

Gott Saturn

In dieser Woche haben wir uns Gedanken über die Bedeutung und die Besonderheiten der einzelnen Wochentage gemacht. Der Samstag ist der Tag des Pla­neten Saturn, als Metall ist ihm das Blei zugeordnet. Dem römischen Gott Saturn entspricht der griechische Gott Kronos. Die Germanen hatten keinen diesen beiden Göttern entsprechenden Gott. Im Englischen erkennt man in der Bezeichnung „saturday“ für den 7. Tag der Woche den Namen „Saturn“, während man sich bei den Bezeichnungen „sabato“ im Italienischen und „sabado“ im Spanischen eher an den „Sabbat“, den wöchentlichen Ru­hetag der Juden erinnert. Ethymologisch geht auch die deutsche Benennung „Samstag“ darauf zurück.

Dieser 7. Tag verweist auf den 8. Tag, der für die Christen der 1. Tag der neuen Wo­che ist. Da der Start über das Finale entscheidet, ist im ersten Tag der Woche das Ende aller Tage vorgezeichnet. Es herrscht bisweilen die Vorstellung, Christus komme an einem solchen 8. Tag wieder und dann beginne die neue Schöpfung, weil Gott „am 7. Tag ausruhte, nachdem er sein ganzes Werk vollbracht hatte“ (Gen 2,2).

Je nach Region wird der Samstag auch Sonnabend genannt. Dieser Name geht auf die angelsächsische Mission unter dem heiligen Bonifatius zurück und bezeichnet den Abend vor dem Sonntag, woraus dann der Name für den gesamten folgenden Tag entstand. Man zählte den Vorabend bereits zum folgenden Tag, ein Brauch, den die katholische Kirche mit der Vorabendmesse zum Sonntag praktiziert. Auch im Stundengebet der Kirche beginnen die Sonn- und Feiertage am Vorabend mit der 1. Vesper. Der Name Sonnabend läßt außerdem erkennen, daß auch eine Zeitrechnung nach Nächten üblich war, so zum Beispiel bei dem römischen Schriftsteller Tacitus. Natürlich bezog man auch die Tage mit ein, ebenso wie wir heute selbstverständlich auch die Nächte einrechnen, wenn wir zum Beispiel von 14 Tagen spre­chen. Die Dänen kennen das Wort „Dogn“. Es umfaßt einen Zeitraum von 24 Stunden, also Tag und Nacht.

Es gab schon früh eine Arbeitsruhe am Nachmittag des Samstags; heute ist in vielen Bereichen der ganze Tag arbeitsfrei; auch das kann eine Erinnerung an den jüdischen Sabbat sein. Dieser jüdische Feiertag hat nachträglich auf den christlichen Sonntag eingewirkt; viele Ge- und Verbote des Sabbat übertrug man auf den Sonntag. So entstand im Bewußtsein der Menschen die Vorstellung vom Wochenende, wobei man dann, entgegen der christlichen Vorstellung vom Sonntag als dem 1. Tag der Woche, den Sonntag hinzunahm. Der erste Tag der Woche wurde so als Ende eines mehrtägigen Wochenendes zum letzten Tag derselben.

Nicht selten verlassen viele Menschen am Sonntagabend erschöpft die Sportplätze, Autobahnen, Freizeitlokalitäten und Restaurants. Auf Grund der Arbeitsruhe der einen müssen andere um so mehr arbeiten, vor allem Menschen im Gaststätten- und Freizeitbereich.

Es ist recht schwer, eine Sonntagskultur zu entwickeln. Viele Menschen leben den Streß des Alltags weiter, nur mit anderen Mitteln. Der Sonntag sollte von einer äußeren und inneren Ruhe geprägt sein, einer schöpferischen Ruhe, die nicht nur eine Kraftquelle für die nächsten Arbeitstage schafft, sondern ihren Sinn in sich hat.

Vom christlichen Denken her ist der Samstag der Grabesruhe Jesu geweiht und war neben Mitt­woch und Freitag gelegentlich ein Fasttag. Der bedeutendste Samstag als Fasttag ist heute bei den Katholiken wieder der Karsamstag, weil sie das Osterfasten nicht nur am Karfreitag halten sollen, sondern beginnend mit dem Abend­mahlsamt am Gründonnerstagabend bis zur Osterliturgie in der Nacht des Ostersonntags. Bis 1951 feierte die Kirche die Osternacht am Karsamstagmorgen, daher endete die Fastenzeit damals bereits um 12.00 Uhr des Karsamstags. Das wirkte sich direkt auf das Mittagessen aus; denn zur Samstagssuppe gab es bereits ein Würstchen.

Wie jeder Tag seinen Feierabend hat, so hat ihn auch die Woche. In meiner Jugend wurde er nach dem Harken und Fegen von Gartenwegen und Bürgersteigen durch ein erfrischendes Bad, reine Kleidung und den ersten Genuß des Sonntagsweißbrotes eingeleitet.

Vermögen wir den heutigen Sonnabend noch anders zu gestalten als nur mit noch mehr Impulsen durch die mediale Welt?