20.11.2019

Schlüssel und Religion

Der Schlüssel spielt auch in der religiösen Sprache eine wichtige Rolle. Da nach alter Vorstellung der Himmel und auch die Unterwelt durch Tore verschlossen sind, braucht es einen Schlüssel zum Öffnen.

In der Passionszeit wird das Kreuz Christi besungen: „Du bist des Himmels Schlüssel, du schließest auf das Leben.“ Und die Adventszeit preist den zu erwartenden Heiland mit der O-Antiphon: „O Schlüssel Davids, dessen Kraft uns kann entziehen der ewigen Haft.“

Jesus hat dem Petrus die Doppelschlüssel zum Binden und Lösen gegeben. So ist fast jede Petrusdarstellung an den Schlüsseln zu erkennen. Pilgern wurden früher an den Apostelgräbern in Rom die Petrusschlüssel als Andenken überreicht.

Das wichtigste Tor in unserem Leben wird das Himmelstor sein, zu dem nicht wir den Schlüssel haben. Viele Geschichten erzählen, wie schwer es zu durchschreiten ist. Was können wir tun, damit wir nicht zum Hindernis werden für den Himmel, der sich uns erschließen will?

Die Göttin Hekate besaß als Türhüterin den Schlüssel zum Hades. In der Gnostik dient der Schlüssel als sprachliches Bild für die Mysterien, die den Eingeweihten den Himmel aufschließen. Die Bibel bringt an mehreren Stellen das Bild des Verschließens.

Jesus übergab Petrus die Schlüsselgewalt über die Kirche. Letztlich ist das Kreuz der Schlüssel, mit dem Jesus den Himmel öffnet.