20.2.2019

Scivias – Wisse die Wege (3)

Sitzenbleiben, aber auch zielloses Umherirren steht im Gegensatz zum Weg

Der Archetyp Weg taucht schon bei den Eiszeitmenschen auf. In einem noch unbewußten Ritual führte er diese Menschen in die Höhlen ihrer Berge, wo sie dann ihre Heiligtümer verehrten. Der schwere und gefährliche Weg gehört mit zu den rituellen Handlungen in den Bergtempeln.

Bergsteigen ist wie ein Spazierengehen in der Senkrechten, das Wandern zu und in den Bergen gleicht einer Wallfahrt.

Abraham, Isaak und Jakob waren Beduinen und ihr Gott war ein mitgehender Gott, ganz im Unterschied zu den Göttern der Bauern im Kulturland. Seßhaftigkeit ist für Israel als Sattheit und Selbstzufriedenheit eine neue Knechtschaft.

Alle Um-, Ab-, Seiten- und Irrwege addieren sich zum Lebensweg des Menschen. Umwege aber bieten die beste Möglichkeit, die eigene Stadt kennenzulernen.

Den Mächtigen, die ihre Macht im Heute aufrichten wollen, ist eine Orientierung auf ferne Ziele hin sehr willkommen; denn es lenkt von ihren Vorhaben im Heute ab.

Zum Weg gehört die Rast. Wer aber nicht wirklich mobil ist, entwickelt keine Fähigkeit zum Verweilen. Während der Ruhepause werden der zurückgelegte und der noch bevorstehende Weg bedacht. Rast bedeutet innehalten, sich des abgemessenen Zeitpunktes zwischen Herkunft und Gegenwart versichern und Erfahrungen meditieren. Dazu braucht es Ruhe, Stille und auch Erfrischung. Gastfreundschaft macht den Lebensweg menschlich.

Mache ich mich gerne auf den Weg?