Sei ganz!

Es gibt die Sehnsucht nach dem Glück des Ganzseins. Gott fordert nicht nur Abraham auf: „Wandle vor mir und sei ganz!“ (Gen 17,1). Sich wandeln, sich ändern ist die schwerste Arbeit, die es gibt; denn das Augenmerk richtet sich nicht nur auf ein einzelnes Organ, sondern stellt dieses in Bezie­hung zum ganzen Menschen und diesen wiederum zu seiner Um­welt. Das Ganz-Werden ist ein lebenslanger Integrationspro­zeß.

Es gilt, eine Ganzheit zu finden, in die sich auch das Unvoll­en­dete und Unerfüllte integrieren läßt. Ganzheit ist Voll­stän­digkeit, aber nicht Vollkommenheit; denn diese schließt das Unvollkommene aus. Da Leben bis zum Tod unvollendet ist, bleibt es immer Fragment. Leben als Fragment verweist auf das Um­greifende, durch das allein es ganz werden kann.

Gelingt es mir, Gottes Aufforderung „Wandle vor mir und sei ganz“ nachzukommen?