Sein ganzes Haus bewohnen

Was ist, wenn ich mich gefunden habe? Ich stehe vor meinem Lebenshaus, betrete es und belege nur das Wohnzimmer. Was aber ist mit den Leichen im Keller, was mit den Kobolden im Dachstübchen? Bin ich wirklich Herr/Frau in meinem ganzen Haus? Was ist mit der 13. Kammer, von der die Grimmschen Märchen „Das Ma­rien­kind“ und „Blaubart“ erzählen? Kann ich auch diesen Ort als zu meinem Haus gehörig betrachten, selbst wenn ich diese Kammer nie öffne?

Ähnliches läßt sich von einem Lebensschiff sagen. Kenne ich nur die schmucken Offiziere an Deck oder auch die schmutzigen Maschinisten im Maschinenraum und die blinden Passgiere auf meinem Schiff?

Laut einer Redewendung läuft das Brautpaar bei der Hochzeit in den Hafen der Ehe ein und geht dort vor Anker. Wäre es nicht angemessener, vertrauend auf Jesu Anwesenheit im Boot (vgl. Mk. 4,38), auf das stürmische Meer des Lebens hinauszusegeln?

Wage auch ich es, in diesem Vertrauen in See zu stechen?