18.7.2019

Spektralfarben 1

Regenbogen

Die Spektralfarben erscheinen im Regenbogen und im Prisma. Wenn das helle Sonnenlicht durch ein Prisma fällt, sehen wir die Farben des Regenbogens von Rot bis Violett. Auch ein Brillant funkelt im Licht in den Spektralfarben; durch besonderen Schliff wird der Prismaeffekt verstärkt, den der Diamant schon durch seine extrem hohe Brechungszahl hat.

Gemeint ist die Eigenschaft, Lichtstrahlen stark zu knicken und in die Farben aufzuspalten (Diamant 2,4; Glas 1,45 bis 1,8). Bei Mehrfachspiegelung und Farbzerlegung entsteht das „Feuer“ eines Brillanten.

Schon Aristoteles (384-322 v.Chr.G.) erkannte, daß der Regenbogen aus Sonnenlicht besteht. Die Wassertropfen werfen das Licht zurück. Die Lichtstrahlen dringen vorn in den Wassertropfen ein, durchqueren ihn und prallen auf die innere Oberfläche an der Rückseite des Tropfens. Dort werden sie schräg nach allen Seiten gespiegelt. Dadurch entsteht ein Lichtkreis. Der Betrachter sieht aber von jedem Tropfen nur den Strahl, der ihm genau in die Augen fällt.

Jeder Regenbogen ist ein voller Kreis. Vom Flugzeug aus ist er ganz zu erkennen, auf der Erde sieht man ihn nur als Halbkreis, dessen Mittelpunkt auf der Linie liegt, die durch die Sonne und die Augen des Beobachters geht.

Wenn die Strahlen an der Oberfläche des Tropfens zweimal abprallen, wobei sie einen großen Teil ihrer Leuchtkraft verlieren, gibt es einen zweiten schwächeren Regenbogen.

Früher hielten die Menschen den Regenbogen für eine Brücke der Götterboten oder sogar für eine Göttin. In Babylon war der Regenbogen die Halskette der Liebesgöttin Ischtar. Inder, Finnen und Araber hielten ihn für eine Straße, auf der die Seelen der Verstorbenen ins Jenseits wandern. Auch die Bibel hält ihn für ein Instrument Gottes. „Meinen Bogen setze ich in die Wolken; er soll das Zeichen des Bundes werden zwischen mir und der Erde.“ (Gen 9,13)