19.9.2020

Stell dich auf die Füße

Es ist nicht nur von Vorteil, daß wir nicht mehr auf allen Vieren gehen. Viele Menschen haben Beschwerden im Rücken, die unter anderem auch in unserem aufrechten Gang begründet sind. Der Prophet Ezechiel fiel bei einer Erscheinung zu Boden und eine Stimme forderte ihn auf: „Stell dich auf deine Füße, Menschensohn, ich will mit dir reden.“ (Ez 2,2) Wer sich auf die Füße stellt, reckt das Haupt in die Höhe, steht aufrecht da und wird selbstständig. Ezechiel spürte, wie der Geist in ihn eindrang.

In Redewendungen taucht das Bild öfter auf: „Stell dich auf die Hinterbeine!“, „Steh ge­fälligst auf, wenn ich mit dir rede!“, „Sei ein gestandener Mann!“

Aber auch im Stehen gibt es Unterschiede, sei es die Hochnäsigkeit oder die buckelige Demut. Die Fontanelle auf unserem Kopf sollte die höchste Stelle beim Stehen sein.

Helmut Gollwitzer (1908-1993) behandelte das Thema in seinem Buch: Krummes Holz – aufrechter Gang. Zur Frage nach dem Sinn des Lebens, München Chr. Kaiser 1970.

Jesus verhilft einer gekrümmten Frau zum aufrechten Gang (Lk 13, 10-17), wohingegen die Smartphoneleser sich wieder im gekrümmten Gang üben.

 

 

Theodor Fontane:
Es kann die Ehre dieser Welt
dir keine Ehre geben;
was dich in Wahrheit hebt und hält,
muß in dir selber leben.
Das flücht’ge Lob, des Tages Ruhm
magst du dem Eitlen gönnen,
das aber sei dein Heiligtum:
vor dir bestehen können.

Wie gehen wir durch unser Leben?

CHRIST IN DER GEGENWART vom 8. März 2020 brachte unter der Rubrik „ZUM INNEREN LEBEN“ einen Artikel von Irene Löffler mit der Überschrift „Aufstehen“.

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