13.4.2021

Verhältnis von Distanz und Nähe

In der Corona-Krise wird uns eine Normnähe von 1,5 m Abstand vorgeschrieben, wenn zwei Menschen sich begegnen.

Individuell gibt es aber große Unterschiede im Bedürfnis der Menschen, sich nahezukommen oder auf Distanz zu bleiben.

In Exerzitienkursen habe ich je nach Thema Übungen machen lassen, bei denen sich zum Beispiel zwei Personen einander gegenüberstehen und eine auf die andere zugeht, bis diese ihr ein Zeichen gibt, sobald ihr die Nähe der anderen angenehm beziehungsweise unangenehm ist. Dabei ließen sich große Unterschiede beobachten.

Während meiner Zeit als Spiritual im Collegium Borromaeum in Münster habe ich Studenten kennengelernt, die von zu Hause nicht einmal die Geste des Sich-die-Hand-Gebens kannten, weder bei der Verabschiedung noch beim Wiedersehen.

Es bleibt die Frage, woher solch unterschiedliche Verhaltensweisen kommen, haben wir doch alle mit der größten Nähe zu unserer Mutter unser Leben begonnen.

Martin Vieweg schildert am 8. März 2021 in natur.de unter der Überschrift „Wie Tiere auf Distanz gehen – Social Distancing in der Natur – Das Abstandhalten ist ein natürlicher Mechanismus zur Vermeidung von Ansteckungen, verdeutlichen Forscher. Anhand von Beispielen zeigen sie auf, wie verbreitet die verschiedenen Formen des Social Distancings bei Tieren sind und welche Parallelen sowie Unterschiede es dabei zum menschlichen Verhalten gibt. Daraus lassen sich auch Lehren für unseren Umgang mit Ansteckungsrisiken ziehen, sagen die Wissenschaftler.“