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6.7.2019

Vor 100 Jahren Errichtung eines Institutes für Sexualwissenschaft durch Magnus Hirschfeld

Magnus Hirschfeld (* 14.5.1868, † 14.5.1935) deutscher Arzt jüdischer Abstammung, Sexualwissenschaftler und Mitbegründer der ersten Homosexuellen-Bewegung.

Die „Förderung des gesamten Sexuallebens und Aufklärung auf diesem Gebiete“ war das Ziel des Instituts für Sexualwissenschaft, das Magnus Hirschfeld am 6. Juli 1919 in Berlin eröffnete. Er setzte sich zeitlebens für die Entkriminalisierung der Homosexualität und anderer „abweichender“ sexueller Spielarten ein. Mit seiner „Theorie der sexuellen Zwischenstufen“ liegt Hirschfeld heute wieder sehr im Zeitgeist. Danach sind „männlich“ und „weiblich“ kein Entweder-oder, sondern in jedem Individuum ein Sowohl-als-auch in unterschiedlichem Mischungsverhältnis. Die Psychologie spricht von der Anima im Mann und dem Animus in der Frau.

Die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V. und die BUNDESSTIFTUNG MAGNUS HIRSCHFELD bewahren das geistige Erbe des Wissenschaftlers.

Menschen aller Zeiten vertreten die Meinung, der Mensch müsse normal sein, das heißt, einer bestimmten Norm entsprechen. Alles, was unnormal ist, wird ausgestoßen wie ein schwarzes Schaf.

Aber wer definiert die Normalität? Besonders im sexuellen Bereich ist das sehr schwer. Das zeigt sich vor allem, seitdem anerkannt ist, daß es intersexuelle Menschen gibt, die weder Mann noch Frau sind. Für diese bis jetzt bekannte relativ kleine Gruppe gibt es nun das dritte Geschlecht „Divers“.

Die Homosexualität ist schon lange im Blick der Menschen. Dort unterscheidet man zwischen schwulen Männern und lesbischen Frauen. Klarheit bezüglich Mann- und Frausein ergäbe die Möglichkeit für ein klares polares Denken.

Aber jeder Mensch hat seinen Platz auf der Maßstabsleiste von asexuell bis bisexuell. Warum sollte es unter Menschen anders sein als unter Tieren? Jedem Menschen sollte das Recht zustehen, so zu leben und zu sein, wie er veranlagt ist.

Siehe auch Vortrag „Liebe und Sexualität“.