31.3.2019

Laetare

Freuet euch!

Vorfreude in der Bußzeit

Zweimal im Kirchenjahr bereitet sich die katholische Chri­stenheit durch eine Bußzeit auf ein großes Fest vor. In der Adventszeit auf Weihnachten und in der Fastenzeit auf Ostern. In dieser Zeit trägt der Priester bei liturgischen Feiern ein violettes Gewand. Aber am 3. Adventssonntag und am 4. Fastensonntag können auch rosarote Gewänder getragen werden. Die vio­lette Farbe der Buße als Vorbereitung auf das große Fest, das in Weiß gefeiert wird, wird aufgehellt durch die Vor­freude auf das Fest. Rosarot ist der Übergang von Violett zu Weiß und entspricht dem freudig stimmenden Eingangslied der Gottesdienste dieser beiden Sonntage, die mit „Gaudete“ bzw. „Laetare“ beginnen. Beide Worte bedeuten „Freuet euch!“

Ende des 12. Jahrhunderts beginnt man, die liturgischen Farben festzulegen. Seit 1570 gilt die heute noch übliche Ordnung mit den Farben Weiß, Rot, Grün, Violett, Schwarz und eben auch Rosarot. Gelb als Farbe der Ausgestoßenen fällt aus dem Farbkanon heraus.

Man kann eine Verwandtschaft zwischen der Wirkung ein­zelner Farben auf das Gemüt der Menschen und dem Inhalt der kirchlichen Feste und Zeiten erkennen. Schon die Farbe des Meßgewandes soll den Gläubigen die Bedeutung des Festes symbolisch vor Augen führen:

 

 

Weiß als Sinnbild des Lichtes, der Unversehrtheit und Un­schuld unterstreicht die Festesfreude (Weihnachten, Ostern).

 

 

 

 

 

 

Rot verweist auf das Blut Christi (Karfreitag) und das Leiden der Mar­tyrer, aber auch als Sinnbild der Liebe auf die Feuerzungen des Heiligen Geistes (Pfingsten).

 

 

 

 

Grün ist Sinnbild der Erwartung und Hoffnung auf Erlö­sung (Sonntage im Jahreskreis).

 

 

 

 

 

Violett weist auf Weltentsagung, aber auch auf Sehnsucht nach Licht und Leben hin und kommt so in den auf das Fest vorbereitenden Buß­zeiten zum Einsatz.

 

 

 

 

Schwarz versinnbildlicht Trauer und ist angebracht bei Totenmessen und Beerdigungen.

 

 

 

Rosarot macht aufmerksam, daß wir uns noch in der Bußzeit (violett) befinden, aber das Fest (weiß) nicht mehr fern ist.

 

 

 

Vorfreude ist die größte Freude. Wer bewußt diese österli­che Bußzeit begeht, hat Grund, sich auf das Fest der Erlö­sung durch die Auferstehung Christi zu freuen.