28.10.2020

Was war vor dem Urknall?

Sowohl in bezug auf diese Frage als auch auf die Frage, was sich hinter unserem Kosmos befinde, gibt es nur Vermutungen, aber kein eindeutiges Wissen. Der gesunde Menschenverstand sagt uns, alles müsse einen Anfang gehabt haben; denn sonst könne es nicht existieren. Nach wie vor gelingt es nicht, diesen Beginn zu ermitteln. Von dem, was außerhalb von Raum und Zeit ist, haben wir keine Vorstellung. Dazu gehört auch die Transzendenz, die wir Christen Gott nennen. Dieser ist zugleich Alles und Nichts.

Um diesen Gott aber irgendwie erfassen zu können, betrachten wir ihn als Person, worin die Gefahr besteht, ihn als ein Gegenüber von uns zu erfahren. Von der Bibel angefangen bis zu den Mystikern sollten wir aber wissen, daß Gott uns so nahe ist, daß wir ihn nicht sehen können; denn er ist in uns und wir sind in ihm.

Christ in der Gegenwart 16

Peter B. Steiner in CHRIST IN DER GEGENWART Nr. 16/2020: 173
Warum wir glauben:

„Der Glaube an einen persönlichen Gott, an einen Gott, der Person ist, und nicht an ein schöpferisches Prinzip, eine Ur-Energie, hängt mit unserer Erfahrung von Welt und Leben zusammen. Wir erfahren Personen als etwas, das wir nicht mehr hinterfragen können. Weder Anatomie, Medizin, Neurologie noch Psychologie können das, was eine Person ausmacht, ganz aufschlüsseln. Die Person ist das höchstentwickelte geheimnisvolle Wesen, das wir kennen. Gott kann kaum etwas weniger Entwickeltes sein, zum Beispiel Wärme, Bewegung, Licht, Schwerkraft, Leben. Wir können ihn nur als etwas Höheres denken, eben als Person über alle uns bekannten Personen hinaus. Warum glauben wir? Einfach, weil wir nicht alles nachprüfen können.“

Was vor dem Urknall war und „ist“, dürfen wir glauben, und das ist mehr als Wissen.

Unter der Überschrift „1:0 für die Materie – Warum gibt es etwas und nicht nichts? Ein japanisches Experiment liefert Hinweise auf die Antwort“ beschrieb Manfred Lindinger in der F.A.Z. vom 22. April 2020 die Situation unseres Kosmos zur „Zeit“ des Urknalls.
Link zum Artikel

Die Sprache der Bibel, die die Menschen früher sofort verstanden, klingt heute wie ein Märchenbuch.

Christ in der Gegenwart 22

Auf der Titelseite von CHRIST IN DER GEGENWART Nr. 22/2020: 229 heißt es im Kommentar unter dem Titel „Gott in Zahlen“: „Die wahre Sprache des 21. Jahrhunderts – in der moderne Menschen denken und sich die Welt erklären – ist die klare Sprache der Logik. Naturwissenschaftliche Erkenntnisse und Theorien, heruntergebrochen auf simple Formeln“.

DER KOMMENTAR.doc

Daher gilt es, die Sprache der Bibel so in die naturwissenschaftlichen Denkstrukturen zu übertragen, daß auch heutige Menschen sie direkt verstehen.

Am Ende des Artikels erläutert der Autor unser Staunen über die die materielle Welt betreffenden Erkenntnisse, indem er Dr. Georg Mandl (1925-2020) zitiert, der „die Milliarden von Galaxien mit Milliarden von Sternen“ als „Teil eines großen Geheimnisses“ darstellt, hinter dem wir Christen meines Erachtens Gott erahnen können.

Siehe auch „Gedanken zu Lesefrüchten (19.10.2020) – Wie mag die Schöpfung des Kosmos vor sich gegangen sein?“
und
Gedanken zu Lesefrüchten (10.8.2020) – Welchen Platz hat der Mensch im Kosmos?“.