Wasser

Ein wichtiger Teil der Liturgie der Osternacht ist die Weihe des Taufwassers. Früher diente es für alle Taufen im Kirchenjahr, und viele Christen haben es sich nach Hause geholt und ihre Weihwasserbecken damit gefüllt. Seit der Liturgiereform wird nur noch in der Osterzeit mit diesem Wasser getauft, anschließend wird es bei der Taufe jeweils neu geweiht.

In allen Religionen ist die Berührung mit Wasser ein religiöser Akt. Waschungen und Tauchbäder erneuern die Lebenskraft. Jesus hat das göttliche Leben nicht nur rein geistig vermittelt, sondern auch durch sichtbare Zeichen. Wir nennen sie Sakramente. Das Sakrament, durch das ein Mensch Christ wird, ist die Taufe. Durch sie erlangt der Täufling eine neue Art des Seins. Etwas Altes muß sterben, damit er als neuer Mensch in Christus leben kann. Die Handlung der Taufe bringt dies symbolkräftig zum Ausdruck: Das Eintauchen in das Wasser symbolisiert das Sterben, das Wiederauftauchen die Geburt zu neuem Leben und die Vereinigung mit Jesus Christus. So ist die Taufe zugleich ein Zeichen für den Tod und die Auferstehung Jesu Christi. Dadurch, daß die Taufe heute nur noch durch Übergießen von etwas Taufwasser gespendet wird, ist das Zeichen sehr verkürzt.

Viele Menschen bekreuzigen sich jeden Morgen zur Erinnerung an ihre Taufe und als Hilfe zu bewußt christlichem Leben mit Weihwasser. Es ist ein schönes Zeichen, wenn eine Mutter ihre Kinder mit Weihwasser bekreuzigt, bevor diese zur Schule gehen. Auch wenn wir beim Betreten einer Kirche Weihwasser nehmen oder wenn der Priester hier und da am Beginn einer Meßfeier durch die Reihen der Mitfeiernden geht und diese mit Weihwasser besprengt, geschieht eine Erinnerung an die Taufe.

Bei Segnungen von Autos, Häusern und anderen Gegenständen mit Weihwasser kommt sinnfällig zum Ausdruck, daß Gottes Segen auf diesen Dingen ruht.

Wir erfahren oft die erfrischende und erneuernde Kraft des Wassers. Gott selbst kann uns eine solche Quelle sein.

Für wen bin ich eine Wasserquelle?