Weihnachten 2019

Wie Ochs und Esel an die Krippe kamen

Sarkophagdetail um 350 in der Kirche von San Pietro Ispano in Boville Ernica/I
Hinter Ochs und Esel sieht man einen Hirten, links von ihm die drei Weisen aus dem Morgenland und rechts unter dem Stern Maria, dahinter Josef.

Sarkophagdetail um 385 in der Basilika Sant’ Ambrogio in Mailand

Wen sah das Jesuskind nach seinen Eltern als erstes nach seiner Geburt? Es waren nicht die Hirten und auch nicht die Weisen aus dem Morgenland, sondern Ochs und Esel. Diese bemerkenswerten frühchristlichen Darstellungen der Krippen um 350 und 385 sowie weitere aus den Katakomben fanden als erste Eingang in die christliche Ikonographie und wurden zum festen Bestandteil der Weihnachtsdarstellungen.

Im nicht in den Kanon der Bibel aufgenommenen Pseudo-Matthäusevangelium heißt es in Kapitel 14:
„Am dritten Tag nach der Geburt des Herrn verließ Maria die Höhle und ging in einen Stall. Sie legte den Knaben in eine Krippe; Ochs und Esel huldigten ihm. Da ging in Erfüllung, was der Prophet Jesaja gesagt hatte: ‚Es kennt der Ochse seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn.’ (Jes 1,3)
Die Tiere nahmen ihn in ihre Mitte und huldigten ihm ohne Unterlaß. So erfüllte sich der Ausspruch des Propheten Habakuk: ‚In der Mitte zwischen zwei Tieren wirst du bekannt werden.’ (Hab 3,2) An demselben Platz blieben Josef und Maria mit dem Kind drei Tage lang.“

Wer Ochs und Esel verhöhnt, verspottet sich selbst, denn es ist sehr fraglich, ob wir wie die beiden Tiere in dem Kind in der Krippe den Herrn erkannt hätten.

Erfolg auf dem Weg der Erkenntnis und der Erfahrung SEINER Gegenwart wün­sche ich für das Christfest und das kommende Jahr 2020.