Wenn du aus der Bahn geworfen wirst, findest du deinen Weg!

Eine junge Frau, die in ihrem Leben neue Wege beschreiten wollte, gab sich auch einen neuen Namen: Almut Neuwegen. Mit allem Mut wollte sie den neuen Weg angehen. Äußerlich tat sie dies auf dem Camino de Santiago, innerlich warf sie zahlreichen Ballast ab und wurde frei für Neues.

We­ge, die in die Zukunft führen, liegen nie als solche vor uns, sondern entwickeln sich erst dadurch, daß wir sie gehen. „Der Weg entsteht im Gehen“ formulierte der spanische Dichter Antonio Machado y Ruiz (1875-1939). Manch­­­mal kommen wir weiter, wenn wir umkehren. Wo neue Wege ge­bahnt werden, erschließen sich neue Ziele. Es ist ein langer Weg, sich selbst kennenzulernen. Dabei gera­ten wir an Anteile in uns, die wir nicht so gerne sehen und deshalb verdrängen oder auf andere projizieren; denn dort lassen sie sich bekämpfen. Einzuüben aber wäre, die negativen Proje­k­tionen auf den an­de­ren zurückzu­nehmen und auf weitere Projektionen zu verzichten.

Ein Weg kann auch mit Umwegen verbunden sein. Müssen wir ihn gehen, um das Gefühl zu haben, unseren Weg frei zu wählen? „An den Scheidewegen des Lebens stehen keine Wegweiser.“ (Charlie Chaplin 1889-1977)

Wir können auf unserem Weg an einen Abgrund geraten, den wir als Möglichkeit eines völligen Neubeginns verstehen sollten. Das Neue übertrifft jedes Mal das zuvor Erreichte, ohne je­doch jemals ganz einzuholen, wonach wir letztlich streben.

Im Alter sollte man sich mit seinem Lebensweg aussöhnen und zwar damit, daß man diesen und keinen anderen gegangen ist, aber auch damit, daß man bestimmte Wege nicht ge­se­hen hat.

Antonio Machado y Ruiz
Wanderer, nur deine Spuren
sind der Weg und weiter nichts;
Wanderer, es gibt den Weg nicht,
er entsteht, wenn man ihn geht.
Erst im Gehen entsteht der Weg,
und wendet man den Blick zurück,
so sieht man auf den Pfad,
den niemals erneut man je betritt.