3.2.2022

Wie vereinbart man Gegensätze?

Indem man sie lebt!

Wir bringen sie bereits in Einklang, indem wir sie erfahren, ohne es recht zu merken.

Die Lampen in unserer Wohnung bringen wir nur zum Leuchten, wenn wir die Birne mit den beiden Polen positiv und negativ mit der Stromleitung verbinden. Nach den Erkenntnissen der Polarität kann das Licht bei einem abgespaltenen Pol nicht leuchten. Jesus aber möchte, daß wir unser Licht leuchten lassen (vgl. Mt 5,16).

Siehe auch „ Coincidentia oppositorum – Zusammenfall der Gegensätze“.

 

 

 

 

 

 

 

 

In Ordensgemeinschaften werden die Gegensätze gelebt, wie zum Beispiel bei den Benediktinern, deren Lebenskonzept „Ora et Labora - Bete und Arbeite“ heißt.

Bei der Bruderschaft von Taizé lautet es „Kampf und Kontemplation“.

Frère Roger (1915-2005)
Die Quellen von Taizé
Gott will, dass wir glücklich sind
Verlag Herder 2019

Link zum Buch

In dem Buch heißt es:

„Da du mit Christus vereinigt bist, weißt du, dass Kampf und Kontemplation ein und dieselbe Quelle haben: Wenn du betest, geschieht es aus Liebe, wenn du darum kämpfst, dem am meisten Misshandelten wieder ein menschliches Gesicht zu geben, geschieht auch das aus Liebe.“

 

Wir haben in unserem Alltag mit Gegensätzen zu tun. Nicht selten erfolgen sie Schlag auf Schlag. Da schmerzt die Nachricht von der Krankheit eines guten Freundes, und zugleich erfüllt sich das lang Erhoffte. Da fällt ein kostbares Glas zu Boden, und beim Aufheben der Scherben findet sich unterm Küchenschrank der lang vermißte silberne Löffel. Zu unserem Leben gehört es also, fordernde Gegensätze in uns als Spannung auszuhalten. Unser Bewußtsein wird herausgefordert, wenn es gilt, den Bogen über die sich im Wesen durchdringenden Gegensätze zu spannen.

„Der Gegensatz von leicht und schwer ist der geheimnisvollste und vieldeutigste aller Gegensätze.“ (Milan Kundera * 1929) Seine Auflösung liegt im Tanzen.

Siehe auch Was ergibt WEIß + SCHWARZ?