20.5.2022

Wie verhalten sich Barmherzigkeit und Gerechtigkeit zueinander?

Die Kirche hat vorwiegend die Gerechtigkeit in den Vordergrund gestellt. Für Papst Franziskus (* 1936) ist Barmherzigkeit die wichtigste Botschaft des Evangeliums. Sie zeigt uns, wie Gott ist. Papst Franziskus formulierte: „Mit Barmherzigkeit ist die Gerechtigkeit gerechter und verwirklicht sich so tatsächlich selbst.“ Barmherzigkeit ist gelebte Empathie. Sie verpflichtet, immer weiter an menschenwürdigen Verhältnissen zu arbeiten.

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Link zum Buch

Bei Papst Franziskus klang die Barmherzigkeit gleich zu Beginn seines Pontifikates an. Er hatte während des Konklaves das Buch „Barmherzigkeit“ von Walter Kardinal Kasper (* 1933) gelesen.

 

 

 

 

Gerechtigkeit gilt als ein ethisches Grundprinzip und muß unbedingt respektiert werden. Trotzdem hat es die Rechtfertigung der Sklaverei nicht verhindert. Man war der Ansicht, bestimmte Menschen seien von Natur aus Sklaven. Die Aufarbeitung dieser Thematik ist bis heute nicht abgeschlossen.

Christliche Entschlüsse führten zu der Idee einer sozialen Gerechtigkeit. Diese verlangt, einen jeden Menschen, der die Fähigkeit besitzt, nach eigenen religiösen oder moralischen Vorstellungen das eigene Leben zu gestalten, als Person anzuerkennen.

Die katholische Kirche beschäftigt sich inzwischen zunehmend mit der Notwendigkeit, daß Männer und Frauen in dieser Institution gleichermaßen in gemeinsamer Freiheit miteinander umgehen können.

Siehe auch „Barmherzigkeit“ und „Gerechtigkeit“.