Gedanken zu Lesefrüchten (21.9.2020)

Wie werde ich der, der ich bin?

Wenn ich etwas Neues sehe, bringe ich es manchmal mit etwas mir Bekanntem in Verbindung. So ist es auch beim Lesen. Das Gelesene kann etwas zum Ausdruck bringen, was ich schon immer gedacht habe, nur so noch nicht formulieren konnte. Gleichzeitig entsteht ein Nachdenken, das mich zu weiteren Erkenntnissen führt.

Es geht im Leben des Menschen darum, ein Selbst zu entwickeln. Er wird nicht mit einem fertigen Selbst geboren, sondern es entsteht in ständiger Wechselwirkung mit seiner Umgebung, in der er lebt.

Schon der Säugling muß erfahren, daß man sich über ihn freut. Ein Jugendlicher muß zur rechten Zeit in die Selbstständigkeit entlassen werden. Als Erwachsener braucht der Mensch Aufmerksamkeit und Zuwendung. Zu allem kommt die Selbstfürsorge. Das sind nur einige Beispiele, durch die das Selbst gefestigt werden kann.

Selbstwerdung ist ein lebenslanger Prozeß, auf den der Mensch selbst Einfluß nehmen kann. Dabei darf er jedoch „Selbst“ und „Ego“ nicht verwechseln.

Ich hatte das Glück, daß Menschen mir von Jugend an etwas zutrauten, was mir selbst nie in den Sinn gekommen wäre. Das hat mein Selbst sehr gestärkt und gefördert. In meinem Buch „Was mich ärgert, hat mit mir zu tun“ gibt es viele Hilfestellungen zur Selbstwerdung.