14.4.2022

Zu den Symbolen im kirchlichen Leben gehören die Glocken

Aber am Gründonnerstag fliegen sie nach Rom

Glocken in Rom

In manchen Gegenden Deutschlands sagt der Volksmund, zu Ostern kämen die Glocken von Rom zurück. Die Kinder hoffen dann, sie brächten ihnen von dort Ostereier und Süßigkeiten mit.

Von Gründonnerstag bis zur Osternacht schweigen die Glocken als Symbol der Stimme Gottes.  In dieser Zeit mahnen und rufen die hölzernen „Glocken“, die Klappern und Rasseln, die man in den Klöstern vor der allgemeinen Einführung der Glocken im 6. - 7. Jahrhundert als Rufinstrumente benutzte. In manchen Gegenden ziehen Jugendliche am Karfreitag durch die Gemeinde und erinnern mit Klappern an den Tod Jesu.

Kleinere Glocken gab es sowohl in China als auch in Kleinasien schon lange vor Christi Geburt. Im Alten Bund war das Gewand des Hohenpriesters am Saum mit Schellen besetzt, damit man es klingeln hörte, sobald er ins Heiligtum vor den Herrn trat (vgl. Ex. 28,35).

In der frühchristlichen Zeit waren Glocken nur in den Klöstern bekannt. Um 800 verbreitete sich der Gebrauch im ganzen Abendland.

Ab dem 13. Jahrhundert versah man die Glocken mit Namen und Inschriften.

Im 15. - 16. Jahrhundert erreichte die Kunst des Glockengießens unter anderem durch den Guß außerordentlich großer Glocken ihren Höhepunkt. Man war bemüht, sowohl das Geläut einer Kirche als auch das aller Kirchen in einer Stadt zu harmonisieren.

Die Glocke ist zwar kein Musikinstrument, besitzt aber, da sie zum Gebet ruft, als Verbindung von Himmel und Erde, sozusagen als Stimme Gottes, einen höheren symbolischen Wert.

Sowohl das Christentum als auch der Islam versteht den Glockenklang als Resonanz von Gottes Allmacht und Stimme, die die Seele das Irdische überschreiten läßt.

Weithin bekannt ist auch die Aufgabe der Glocke, unheilvolle Ereignisse zu verhindern.

Die Kirche hat die Glocken zum Sakramentale, einem heiligen Zeichen, erhoben. Deswegen kann sie nur ein Bischof weihen. Die Gebete des Bischofs beim Besprengen mit Weihwasser, bei der Salbung, Beweihräucherung und Segnung einer neuen Glocke führen in deren Symbolik ein.

Romano Guardini (1885-1968) formulierte: „Der Klang der Glocken ist die Botschaſt der Weihe; Botschaſt von Gott ohne Grenzen und Enden; die Botschaſt der Sehnsucht und der unendlichen Erfüllung.“

 

 

 

 

 

Wichtige Glocken in meinem Leben

Klever Stiftskirche: Schöner die Glocken nie klingen

Xanten Viktordom: Glockenweihe im Kreuzgang 

Billerbeck Ludgerusdom: Glocken und Glockenspiel