Yin-Yang = Mein Logo

In meinem Logo habe ich das Yin-Yang-Zeichen und das Kreuz mit ihren jeweils hellen und dunklen Seiten zusammengefügt. Darin vereinen sich Ost und West.

Leben in seiner umfassenden Wirklichkeit ereignet sich nach der Bibel seit der Schöpfung in der natürlichen Spannung zweier Pole. Neben und mit dem Einen gibt es auch immer das Andere: Tag und Nacht, Licht und Dunkel, Männlich und Weiblich, Trocken und Naß, Höhe und Tiefe, Geist und Körper, Verstand und Gefühl. Gegensätze wirken aufeinander, bedingen sich gegenseitig und befinden sich in einem permanenten Wechselspiel. Kein Pol kann ohne seine gegensätzliche Entsprechung existieren.

Ein prägnantes Beispiel dafür ist der Magnet. Sind die Polaritäten Plus und Minus zu weit auseinander, ergibt sich kein magnetisches Feld; befinden sie sich zu eng beieinander, verhält es sich ebenso. Das Ideal ist die Harmonie, in der kein Pol den anderen dominiert.

Das Symbol des Ostens für diese Wirklichkeit ist das Yin-Yang-Zeichen. Alle Dinge bestehen in unterschiedlichen Verhältnissen aus Yin und Yang und ändern fortwährend ihre Zusammensetzung. Es gibt nichts, was ganz Yin oder ganz Yang ist. Das Yin-Yang-Zeichen zeigt umfassend die unterschiedlichen Aspekte zwischen zwei Polen auf. Weiß und Schwarz – an sich keine eigentlichen Farben; denn in ihnen sind alle Farben enthalten – bringen zum Ausdruck, daß das eine im anderen vorhanden ist und umgekehrt. Diese Weltauffassung des Yin und Yang entstand vermutlich vor vier- bis fünftausend Jahren in China.

Was für den Osten das Yin-Yang-Zeichen ist, ist für den Westen das gleichschenklige Kreuz. Beide Symbole stehen für die gleiche Aussage: Die Schöpfung ist polar. Polarität ist die Spannung des irdischen Lebens, und es ist spannend, diese Spannung zu erleben und die Entspannung zu erwarten.

Die durch das organische Leben entstehenden Spannungen erfahren dann einen völligen Ausgleich; denn bei der Heimholung in die Ewigkeit fallen auch in uns die Gegensätze zusammen, weil Gott, wie Nikolaus von Kues es formuliert, „die Coincidentia oppositorum – der Zusammenfall der Gegensätze“ ist. In ihm gibt es Raum für das Unvereinbare. Vollkommenheit ohne eine wirkliche Aufhebung der Gegensätze ist nicht denkbar. Entsprechend sollte der Mensch „ein Pontifex oppositorum – ein Brückenbauer zwischen den Gegensätzen" sein.

Das Kreuz symbolisiert die Verbindung der Gegensätze von oben und unten, rechts und links in seiner Mitte. Jesus starb nicht von ungefähr an einem Kreuz: Sein Herz in der Leibmitte, dem dritten Chakra, wurde durchbohrt. Das Kreuz hat seinen Ursprung vermutlich im aufgeteilten Sonnenrad, aus dem das Hakenkreuz entstand. Dieses auch Svastika genannte Symbol gilt im Hinduismus und im Buddhismus als religiöses Glückssymbol.

Ich persönlich möchte als Mediator und Pontifex oppositorum wirken, als Vermittler zwischen den Gegensätzen im Menschen selbst und in den zwischen den Menschen untereinander bestehenden Gegensätzen.