Menschsein zwischen Anfang und Ende – Von der künstlichen Befruchtung bis zur Organspende

Durch Jens Spahns Vorschlag zur Einführung der Widerspruchslösung bezüglich der Organspende ist die Diskussion von der Sinnhaftigkeit der Organspende – wobei nicht die Lebendspende zum Beispiel einer Niere gemeint ist – erneut aufgeflammt. Es müßte den Spendern zuvor genauestens erklärt werden, was mit ihnen geschieht, wenn sie als sogenannte Hirntote kranken Menschen eines ihrer Organe spenden. Damit der Kranke weiterleben kann, stirbt der Spender bei der Transplantation. Forschungen haben gezeigt, daß unter anderem das Schmerzempfinden eines Hirntoten noch nicht vollends erloschen ist.
Sterben ist nicht vergleichbar mit dem Erreichen des Ziels beim 100 m-Lauf, es ist kein Überschreiten einer Grenzlinie im Sinne von „jetzt lebt er noch, jetzt aber ist er tot“. Sterben ist ein Prozeß. Dies kann jeder bezeugen, der das „normale“ Sterben eines Menschen ohne verlängernde medizinische Maßnahmen erlebt oder sogar begleitet hat.
Ich persönlich möchte den Prozeß des Sterbens in Ruhe erleben. Wer dabei ist, möge mich loslassen und gehenlassen, auch wenn es schwerfällt. Mascha Kaléko (1907-1975) formulierte sehr treffend: „Den eignen Tod, den stirbt man nur; doch mit dem Tod der andern muß man leben.“

 

Organspende